Im Großen und Ganzen hatte ich eine extrem unkomplizierte Schwangerschaft - mir war so gut wie gar nicht schlecht, Eisen- und Zuckerwerte habe ich in den Griff bekommen, die ewige Müdigkeit war zwar nicht schön, aber es gibt Schlimmeres. Eine schöne Schwangerschaft, kann man sagen. Jetzt zum Ende wird's natürlich ein wenig anstrengend: Etwa 16 kg zusätzliches Gewicht müssen bewegt werden, das Bücken fällt schwer (und mir ist noch nie so viel runtergefallen wie im Moment ...), der Bauch ist überall im Weg. Und dennoch finde ich das alles erträglich. Wenn sich der Kleine in mir bewegt, ist das einfach ein so großartiges Gefühl, dass sämtliche Beschwerden in den Hintergrund treten.
Aber eine Sache finde ich momentan richtig schlimm: meine Füße. Wasser und Hitze haben aus meinen Füßen regelrechte Hobbitfüße gemacht - geschwollen und oft knallrot. Keine Ahnung, weshalb mich das so nervt - schließlich ist alles ein wenig unförmig im Moment. Aber der Anblick meiner Füße ... Fürchterlich!
Und sonst? Die grundsätzlichen Änderungen in meinem Leben treten mir immer deutlicher vor Augen und lassen mich manchmal ein wenig hilflos zurück. Zum einen genieße ich es, momentan nicht ins Projektgeschäft eingebunden zu sein, keinen Alltagsstress zu haben, mich auf mich konzentrieren zu können. Andererseits ist da eine gewisse Unruhe - ich schaffe es nicht, einfach mal den Rechner auszulassen, nicht nach Mails zu schauen etc. Es gäbe viel im Haushalt zu tun - Waschen, Aufräumen, Kochen etc. - aber nach kurzer Zeit nervt mich das schon wieder an. Nicht aus körperlichen Gründen - ich fühle mich einfach nicht als Hausfrau. Wie soll das erst in den nächsten Wochen und Monaten werden? Ich habe ein wenig Angst davor - Angst, gleichzeitig unter- und überfordert zu sein, nicht alles so geregelt zu bekommen, wie ich das gerne hätte, an einfachsten Dingen zu scheitern und mich auf der anderen Seite zu langweilen ... Angst davor, alleine zu Hause zu sitzen, andere zu nerven oder den Kontakt zur Welt und zur Realität zu verlieren. Was kommt da auf mich zu? Ich weiß es nicht ...
Doch eines ist klar - ich bin nicht wirklich alleine. Da sind meine Familie und meine Schwiegerfamilie. Da sind liebe Freunde, auf die ich mich verlassen kann. Und da sind die beiden wichtigsten Männer in meinem Leben: unser Würmchen, auf das wir uns unheimlich freuen, und mein Schatz,
der sich um mich kümmert - in allen Belangen. Der abends meine
Hobbitfüße massiert und mir zuhört und mich im Arm hält, wenn ich einen moralischen Rappel
bekomme. Was will ich mehr?
Donnerstag, 24. Mai 2012
Montag, 14. Mai 2012
Nervös?
Das ist die häufigste Frage, die ich derzeit höre: Bist du nervös angesichts der bevorstehenden Geburt? Ich horche in mich hinein und ganz eindeutig: Nein. Noch nicht. Ich weiß ja nicht, was auf mich zukommt. Ich habe viele Geschichten gehört, schöne und weniger schöne, auch einige darunter, die nicht gerade dazu beitragen, locker und entspannt dem Ganzen entgegenzusehen.
Und trotzdem: Ich bin nicht nervös. Es kommt, wie es kommt. Das Einzige, weshalb ich nervös bin - und ich bin mir sicher, das geht jeder Erstgebärenden so: Kriege ich mit, wenn's wirklich losgeht, oder verstehe ich irgendwelche Zeichen falsch und mache mich zu früh auf den Weg? Und: Ist bis dahin alles geregelt, was noch zu regeln ist? Es gibt eine gewisse Chance, dass das Würmchen früher als geplant schlüpft - dann sollte alles parat sein, das Chaos in der Wohnung beseitigt, alle Anschaffungen gemacht, alle Honorare eingegangen. Vielleicht werde ich ja dann doch noch nervös, wenn das alles geregelt ist.
Maximal 24 Tage haben wir noch. Spätestens am 6. Juni wird dafür gesorgt, dass der Kleine schlüpft. In weniger als vier Wochen bin ich Mutter, sind wir Eltern. Vor weniger als fünf Jahren noch war der Gedanke weit weg, abgehakt. Da gab es nur mich und meinen Job. Und jetzt steht unser kleines Wunder so kurz bevor - es ist unglaublich. Manchmal kann ich es noch nicht so richtig fassen ...
Und trotzdem: Ich bin nicht nervös. Es kommt, wie es kommt. Das Einzige, weshalb ich nervös bin - und ich bin mir sicher, das geht jeder Erstgebärenden so: Kriege ich mit, wenn's wirklich losgeht, oder verstehe ich irgendwelche Zeichen falsch und mache mich zu früh auf den Weg? Und: Ist bis dahin alles geregelt, was noch zu regeln ist? Es gibt eine gewisse Chance, dass das Würmchen früher als geplant schlüpft - dann sollte alles parat sein, das Chaos in der Wohnung beseitigt, alle Anschaffungen gemacht, alle Honorare eingegangen. Vielleicht werde ich ja dann doch noch nervös, wenn das alles geregelt ist.
Maximal 24 Tage haben wir noch. Spätestens am 6. Juni wird dafür gesorgt, dass der Kleine schlüpft. In weniger als vier Wochen bin ich Mutter, sind wir Eltern. Vor weniger als fünf Jahren noch war der Gedanke weit weg, abgehakt. Da gab es nur mich und meinen Job. Und jetzt steht unser kleines Wunder so kurz bevor - es ist unglaublich. Manchmal kann ich es noch nicht so richtig fassen ...
Freitag, 4. Mai 2012
Unspektakulär
Da sitze ich an meinem Schreibtisch. Offiziell im Mutterschutz. Tatsächlich will ich noch ein Projekt abschließen, muss noch meine Übergaben fertigstellen, organisatorischen Kram erledigen, Ablage zu machen etc. Daneben surfe ich im Netz, lese Blogeinträge, mache mir Gedanken über die eigenen, erledige ein paar dringende Hausarbeiten (Wäsche waschen, aufräumen etc.). Also irgendwie alles wie immer, nur dass ich ohne schlechtes Gewissen tagsüber Termine beim Friseur oder beim Arzt einplane, statt sie an die "Randzeiten" des Tages oder in den Samstag zu quetschen.
Irgendwie hatte ich mir diesen Übergang anders vorgestellt. Spektakulärer. Einschneidender. Aber das ist wohl so, wenn man alleine zu Hause arbeitet. Es geht einfach so eins ins andere über. Der Schreibtisch ist immer noch da, die Überreste der Projekte ebenfalls, es sieht alles aus wie immer. Keine Abschiedsfeier, keine Kollegen, die einen noch mal drücken und einem alles Gute wünschen. Man hört einfach so auf ... und wenn man es nicht tut, fällt es keinem so richtig auf.
Riesig gefreut habe ich mich aber über alle die Kunden und Geschäftspartner, die einfach so noch einmal angerufen oder gemailt haben - ein schönes Gefühl! Danke!
Und ich arbeite dann mal weiter ... Noch ein bisschen ...
Irgendwie hatte ich mir diesen Übergang anders vorgestellt. Spektakulärer. Einschneidender. Aber das ist wohl so, wenn man alleine zu Hause arbeitet. Es geht einfach so eins ins andere über. Der Schreibtisch ist immer noch da, die Überreste der Projekte ebenfalls, es sieht alles aus wie immer. Keine Abschiedsfeier, keine Kollegen, die einen noch mal drücken und einem alles Gute wünschen. Man hört einfach so auf ... und wenn man es nicht tut, fällt es keinem so richtig auf.
Riesig gefreut habe ich mich aber über alle die Kunden und Geschäftspartner, die einfach so noch einmal angerufen oder gemailt haben - ein schönes Gefühl! Danke!
Und ich arbeite dann mal weiter ... Noch ein bisschen ...
Donnerstag, 26. April 2012
Es ist vorbei, bye-bye ...
Na, das klingt ja jetzt dramatischer, als es tatsächlich ist: Morgen ist mein offiziell letzter Arbeitstag. Als Angestellte wäre ich gestern in Mutterschutz gegangen, als Selbstständige ohne Anspruch auf Mutterschutzgeld gönne ich mir den Luxus, ab Montag im Mutterschutz zu sein. Wobei das natürlich relativ ist - es ist noch genug zu erledigen: Rechnungen schreiben, Übergaben für meine Vertretungen vorzubereiten, mich noch mal bei diversen Kunden melden ... Aber das Projektgeschäft ist erst mal passé und ein wenig erleichtert bin ich schon darüber.
Natürlich mache ich mir wieder ganz viele Gedanken:
Kommen meine Kunden mit meinen jeweiligen Vertretungen klar - und umgekehrt? Schließlich soll keine Seite enttäuscht werden - nicht nur, weil es negativ auf mich zurückfallen könnte, sondern ganz besonders auch deshalb, weil mir sowohl die Kunden als auch die Kolleginnen, die meine Jobs übernehmen, lieb und teuer sind. Das soll für alle reibungslos laufen.
Habe ich meine Vertretungen ausreichend vorbereitet? Fehlt etwas? Hätte ich die Übergaben noch detaillierter formulieren können oder habe ich womöglich was Wichtiges vergessen?
Und die letzte große Frage: Wie weit geht meine Verantwortung dafür überhaupt? Vielleicht sollte ich es etwas lockerer sehen: Ich habe handverlesene Vertreterinnen, die ich persönlich kenne - ich habe niemanden blind empfohlen. Ich erstelle Wortlisten und Kommentare zu allen wichtigen Projekten und Kunden, die trotz größter Sorgfalt nie vollständig sein werden - dazu ist das Projektgeschäft zu dynamisch. Aber ich bin akribisch und genau und versuche, jede Eventualität zu berücksichtigen. Und ich bin nicht aus der Welt - man kann mich anrufen, anmailen, nachfragen, sich Beispielunterlagen zusenden lassen ...
Wird schon schiefgehen! Ab nächster Woche soll's in erster Linie nur noch um mich und das Würmchen gehen!
Natürlich mache ich mir wieder ganz viele Gedanken:
Kommen meine Kunden mit meinen jeweiligen Vertretungen klar - und umgekehrt? Schließlich soll keine Seite enttäuscht werden - nicht nur, weil es negativ auf mich zurückfallen könnte, sondern ganz besonders auch deshalb, weil mir sowohl die Kunden als auch die Kolleginnen, die meine Jobs übernehmen, lieb und teuer sind. Das soll für alle reibungslos laufen.
Habe ich meine Vertretungen ausreichend vorbereitet? Fehlt etwas? Hätte ich die Übergaben noch detaillierter formulieren können oder habe ich womöglich was Wichtiges vergessen?
Und die letzte große Frage: Wie weit geht meine Verantwortung dafür überhaupt? Vielleicht sollte ich es etwas lockerer sehen: Ich habe handverlesene Vertreterinnen, die ich persönlich kenne - ich habe niemanden blind empfohlen. Ich erstelle Wortlisten und Kommentare zu allen wichtigen Projekten und Kunden, die trotz größter Sorgfalt nie vollständig sein werden - dazu ist das Projektgeschäft zu dynamisch. Aber ich bin akribisch und genau und versuche, jede Eventualität zu berücksichtigen. Und ich bin nicht aus der Welt - man kann mich anrufen, anmailen, nachfragen, sich Beispielunterlagen zusenden lassen ...
Wird schon schiefgehen! Ab nächster Woche soll's in erster Linie nur noch um mich und das Würmchen gehen!
Dienstag, 17. April 2012
Zu viel, zu wenig ...
Gestern Abend habe ich mir eine schöne warme Badewanne eingelassen. Dabei habe ich in meinen vielen schlauen Büchern und Heften rund um Schwangerschaft und Geburt gelesen und dabei im Hinterkopf die ein oder andere Bemerkung von Familie und Freunden, Ärzten und Ernährungsberatern gehabt. Und schon kamen unweigerlich viele Fragen auf.
Die erste Frage: Ist die Wanne zu zu warm für mich und den Kleinen? Ich würde ja mal behaupten, dass wir uns beide sehr wohlgefühlt haben - ich war entspannt und der Kleine war munter. Kann das also so schlecht für uns beide sein? Und von da ging's weiter: Esse ich wirklich richtig? Esse ich genug? Sollte es mehr Obst sein? Ach nein, das geht ja wieder nicht wegen der Schwangerschaftsdiabetes und des hohen Zuckeranteils in Obst. Und eigentlich sollte ich ja ohnehin mehr Milchprodukte zu mehr nehmen, weil Kalzium doch so wichtig ist. Aber Milchtrinken macht mit Laktoseintoleranz nur bedingt Spaß. Klar, ich könnte mir einen leckeren Joghurt mit Früchten ... ach nee. Und darf ich zwischendurch dem unwiderstehlichen Drang nach einer Fertigpizza mit Thunfisch nachgeben?
Meine Hebamme meinte letzte Woche, dass sich in den meisten anderen Ländern Frauen lange nicht so viele Gedanken um das Essen in der Schwangerschaft und der Stillzeit machen. Vermutlich ist da was dran. Also trinke ich jetzt meinen Kräutertee nicht, weil er so gesund ist, sondern weil er wirklich schmeckt, und gehe heute Mittag zum Thailänder, auch wenn es da "nur" Basmatireis und keinen gesunden Vollkornreis gibt.
Bon appétit!
Die erste Frage: Ist die Wanne zu zu warm für mich und den Kleinen? Ich würde ja mal behaupten, dass wir uns beide sehr wohlgefühlt haben - ich war entspannt und der Kleine war munter. Kann das also so schlecht für uns beide sein? Und von da ging's weiter: Esse ich wirklich richtig? Esse ich genug? Sollte es mehr Obst sein? Ach nein, das geht ja wieder nicht wegen der Schwangerschaftsdiabetes und des hohen Zuckeranteils in Obst. Und eigentlich sollte ich ja ohnehin mehr Milchprodukte zu mehr nehmen, weil Kalzium doch so wichtig ist. Aber Milchtrinken macht mit Laktoseintoleranz nur bedingt Spaß. Klar, ich könnte mir einen leckeren Joghurt mit Früchten ... ach nee. Und darf ich zwischendurch dem unwiderstehlichen Drang nach einer Fertigpizza mit Thunfisch nachgeben?
Meine Hebamme meinte letzte Woche, dass sich in den meisten anderen Ländern Frauen lange nicht so viele Gedanken um das Essen in der Schwangerschaft und der Stillzeit machen. Vermutlich ist da was dran. Also trinke ich jetzt meinen Kräutertee nicht, weil er so gesund ist, sondern weil er wirklich schmeckt, und gehe heute Mittag zum Thailänder, auch wenn es da "nur" Basmatireis und keinen gesunden Vollkornreis gibt.
Bon appétit!
Dienstag, 10. April 2012
Zuflussprinzip
So nennt sich das, was ich versuche, im Griff zu haben - und gleichzeitig habe ich überhaupt keinen Einfluss darauf. Was heißt das? Ganz einfach: Jeder Euro Honorar für meine freiberufliche Tätigkeit, der nach der Geburt des Würmchens auf meinem Konto eingeht, wird vom Elterngeld abgezogen - unabhängig davon, wann ich ihn verdient habe. Besonders ärgerlich ist das, wenn man seit Wochen seinem Geld hinterherrennt - für eine im letzten Jahr erbrachte Leistung! Und es heißt auch: früher als geplant mit dem Arbeiten aufhören (nie gut für's Konto), um so schnell wie möglich alle Abschlussrechnungen stellen zu können - in der Hoffnung, dass pünktlich bezahlt wird und dass das Würmchen nicht auf die Idee kommt, wesentlich früher als geplant das Licht der Welt erblicken zu wollen.
Also, Würmchen - drin bleiben wie berechnet! Außerdem ist der errechnete Termin doch soooo schön!
Also, Würmchen - drin bleiben wie berechnet! Außerdem ist der errechnete Termin doch soooo schön!
Montag, 2. April 2012
Schwangerschaftsdemenz
Ja, ich weiß, alles nur Einbildung und durch andere Dinge erklärbar - mangelnde Konzentration, Müdigkeit, Gedanken um 1000 andere Dinge. Und trotzdem habe ich derzeit das Gefühl, dass es dieses Symptom tatsächlich gibt. Jedenfalls habe ich - glaube ich zumindest - noch nie so viele (berufliche) Böcke in so kurzer Zeit geschossen wie in den letzten ein, zwei Wochen. Vergessene oder falsche Anhänge, übersehene Fehler, die wehtun, ein verlorenes Handy ... Manchmal erkenne ich mich selbst nicht wieder. Noch dreieinhalb Wochen - dann ist Elternzeit!
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