Samstag, 8. März 2014

21 Monate

Unser Würmchen ist heute genau 21 Monate alt. Als wir vorhin in der Badewanne geplantscht haben, wurde ich ein wenig wehmütig. Vor zwei Jahren war er noch in meinem Bauch. Vor anderthalb Jahren war er noch ein richtiges Baby, das nicht alleine in der Wanne sitzen konnte. Vor einem Jahr konnte er noch nicht laufen.

Und heute?

Der Kleine hat sich zu einem richtigen Charmeur entwickelt. Er begrüßt beim Spazierengehen alle Leute, winkt vom Küchentisch aus der Nachbarin auf dem Balkon gegenüber zu, strahlt mich verschmitzt an, wenn er was Neues geschafft hat, und lacht lauthals, wenn er gekitzelt wird. Er plappert munter vor sich hin (und wir verstehen auch immer mehr), singt gerne und klettert mit Begeisterung auf Stühle, Treppen, Leitern etc. Er räumt auf - manchmal sogar, ohne dass man ihn dazu auffordern muss -, schließt offene Schränke und Türen, reicht mir die Wäsche zum Aufhängen und gespültes Geschirr aus der Spülmaschine und wirft auf Aufforderung Sachen in den gelben Sack und ins Altpapier. Er läuft unheimlich schnell und sicher auf seinen krummen Beinchen, hat seinen eigenen Kopf, den er auch ab und zu lautstark durchsetzen will, und zieht sich teilweise schon selbstständig an und aus. Er hat einen gesunden Appetit und isst fast alles, am liebsten Obst. Ab und zu will er seinen Buggy selbst schieben, lässt sich aber auch noch allzu gerne durch die Gegend fahren oder tragen. Er mag Lego, Puzzles, seine Stofftiere und natürlich seine Autos und seine Bücher.

Alle bestätigen uns, er sei ein fröhliches, unkompliziertes Kind. Vielleicht haben wir doch nicht so viel falsch gemacht! :-)

Love, love, love!

Montag, 3. März 2014

Rosenmontag

Wenn mich jemand fragt, sage ich immer, dass mir das Karnevalsgen fehlt. Wenn am 11.11. um 11:11 Uhr im Rheinland der Startschuss gegeben wird, bin ich froh, zu Hause zu sein und nichts davon mitzubekommen. Sitzungskarneval geht gar nicht an mich ran. Und auch sonst nutze ich jede Gelegenheit, dem närrischen Treiben fernzubleiben - immer mit dem Hinweis darauf, dass ich mit Karneval nix anfangen kann.

Aber wenn ich ehrlich bin ... zuckt es doch ein wenig in meinen Füßen, wenn am Haus fröhliche, verkleidete Menschen vorbeiziehen oder über den Rhein die Musik vom Rosenmontagszug herüberschallt. Ich erinnere mich mit Freude an lustige Karnevalspartys mit Freunden, an viel Gelächter, Tanz und Schunkelei zu schlechten Stimmungsliedern, die wir alle mitgrölen konnten. Ich liebe es, mich zu verkleiden, ausgelassen zu feiern. Und ich gehe tatsächlich gerne mit Freunden auf Karnevalszüge, freue mich über lustige Kostüme, tanze mit (schon alleine, um mich, je nach Temperatur, aufzuwärmen), singe mit und schnappe mir die ein oder andere Kamelle, die angeflogen kommt. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die um jeden Preis bei Wind und Wetter dabei sein müssen. Aber ich glaube, nächstes Jahr wird's mal wieder Zeit, zum "Zoch" zu gehen.

Es ist kein wirkliches Karnevalsgen - aber ein Feier- und Gute-Laune-Gen ist es auf jeden Fall!

Montag, 17. Februar 2014

Nicht ohne meine Hebamme!

Der Versicherungsmarkt für freiberufliche Hebammen bricht zusammen. Und ohne Versicherung keine Hebamme. Nachdem überdimensionierte Prämienerhöhungen den meisten freiberuflichen Hebammen bereits das berufliche Genick gebrochen haben, geht es nun auch den letzten Kämpferinnen an den Kragen. Und dann?

Unsere Hebamme, unsere Maria-Therese aus dem Hebammenhaus, war großartig und wir waren sehr froh, dass wir sie nach der Geburt zu Hause um uns hatten. Ich hatte sogar kurzzeitig überlegt, eine andere Geburtsklinik zu wählen, um sie als Beleghebamme zu haben. Da ich aber eine problemlose Geburt erwartet hatte und die Hebammen der Geburtsklinik beim Besuchstermin ebenfalls einen tollen Eindruck gemacht hatten, beschloss ich, es bei Geburtsvorbereitung, Akupunktur und Nachbetreuung zu belassen.

Nur kurz: Die Geburt lief überhaupt nicht so wie gedacht - Einleitung wegen insulinpflichtigem Gestationssdiabetes, Geburtsstillstand, Kaiserschnitt. Ich habe im OP geheult wie ein Schlosshund. Doch eine so üble Erfahrung wie BerlinMitteMom bei der ersten Geburt hatte ich nicht. Ich wurde von den Ärztinnen und Hebammen der Klinik liebevoll und freundlich - bei aller Hektik rund um den Kaiserschnitt - betreut und ohne Panikmache aufgeklärt. Und auch die Betreuung auf der Wochenbettstation war großartig, die Hilfestellungen beim Stillen, die Ansprechbarkeit der Schwestern. Ich habe die Wahl der Klinik also nie bereut.

Aber darum geht es hier nicht. Es geht um die Zeit davor und danach.

Der Geburtsvorbereitungskurs hat uns unheimlich viel Spaß gemacht. Es war Liebe auf den ersten Blick mit unserer Hebamme - bodenständig, ehrlich, witzig. Kein esoterisches Blabla, kein Verteufeln der Schulmedizin bei gleichzeitig nicht dogmatischer Aufklärung über Homöopathie, alternative Medizin etc. Offen für alle Fragen und Anmerkungen. Vor der Geburt hat sie uns zu Hause besucht, uns Tipps fürs Kinderzimmer gegeben, mich genadelt, Infos zur drohenden Geburtseinleitung gelesen und diskutiert - alles super. Und die Termine nach der Geburt habe ich unheimlich genossen. Sie hat meinen Babyblues kuriert, meine Kaiserschnittnarbe perfekt versorgt, mich beim Stillen gelobt und motiviert, uns alle Handgriffe gezeigt und auch meinen Mann in alles einbezogen, ohne ihn herablassend als "Beiwerk" zu behandeln. Sie und ihre Kollegin haben uns blitzschnell telefonisch beraten, als ich während einer Gallenblaseninfektion nach drei Monaten befürchtete, das Stillen unterbrechen oder gar aufgeben zu müssen. Wir hatten einen tollen Rückbildungskurs und viel Spaß bei der Babymassage. Ich freue mich jedes Mal riesig, wenn ich Maria-Therese beim Einkaufen oder beim Babyflohmarkt treffe. Und ich empfehle sie gerne weiter.

Das soll irgendwann vorbei sein, weil die Steine, die Maria-Therese und ihren Kolleginnen in die Wege gelegt werden, nicht mehr zu überwinden sind? Mütter sollen nicht länger entscheiden können, wie und mit wem sie ihr Kind auf die Welt bringen? Das kann nicht sein! Alle Mütter und Väter und alle die, die es werden wollen: Unterschreibt die Petition an Bundesgesundheitsminister Gröhe und gebt die Infos weiter! 

Freitag, 7. Februar 2014

Kleines Wörterbuch

Morgen wird unser kleiner Schatz 20 Monate alt. Der kleine Wirbelwind ist nicht nur sehr schnell auf seinen kurzen Beinchen, er ist auch ein sehr gesprächiges Kind. Morgens plappert er schon alles Mögliche ins Babyfon, bis wir ihn aus dem Bettchen holen, singt während der Heimfahrt aus der Kita oft im Auto irgendwelche Melodien, aus denen man dann Fragmente bekannter Kinderlieder extrahieren kann, und erzählt mit ernster Miene ganze Romane. Problematisch ist nur, dass mir seine Sprache noch immer unbekannt ist. Doch inzwischen bemüht er sich sehr darum, unsere Sprache zu sprechen. Hier eine kleine Übersicht:

Personen:
Mama, Papa, Oma, Opa (Oma und Opa mit verschlucktem O), Alex (das x kommt noch nicht so richtig, aber erkennbar), (H)eike (das H am Anfang verschluckt er immer), Onanan (ja, wir haben dem Kind einen langen und schwierigen Namen gegeben, aber er arbeitet daran), Armin (unser Kita-Koch), Inda (seine Erzieherin Linda)

Tiere:
Wauwau (er weiß, dass es ein Hund ist, aber das Wort bekommt er noch nicht über die Lippen), Ela (Elefant), Haas (Hase), Bär, Piepiep (für den Vogel gilt das Gleiche wie für den Hund)

Gegenstände:
Auto (das Wort für alles, was sich von selbst bewegt - Autos, Schiffe, Fahrräder, Mofas etc.; Ausnahmen sind Balla (= Bagger) und Kra (= Kran)), Tuhl (Stuhl), Wasser, Tee, Ball

Verben:
haben (Universalverb; mit viel Nachdruck und mit zunehmender Lautstärke oder Tränen in der Stimme, je nachdem, was er erreichen will)

Sonstiges:
ja, nein, hallo (je lauter, desto besser), Ita (Kita), alla (alle im Sinn von aufgebraucht, leer - benutzt er auch für leere Dosen, Kästen etc.), Pipi

Zweiwortsätze:
Mama Auto, Papa Auto, Mama da, Papa da (zum Beispiel im Auto: "Mama da" mit Fingerzeig Richtung Fahrersitz, "Papa da" mit Fingerzeig Richtung Beifahrersitz - und jetzt dürfen alle mal raten, wer ihn morgens in die Kita fährt)

Sein passiver Wortschatz ist hingegen gewaltig. Es ist manchmal erschreckend, was er alles versteht. Ich muss mir das Fluchen beim Autofahren abgewöhnen ...

Es macht unheimlich Spaß, ihn plappern zu hören, ihn mehr und mehr zu verstehen. Ich freue mich darauf, wenn er mir erzählen kann, was er den Tag über so gemacht hat, wenn er mir sagen kann, was er will oder was er fühlt. Ich hoffe, er bleibt so gesprächig wie jetzt - wenigstens die nächsten zwölf Jahre, bevor aus ihm ein mundfauler Teenie wird ... :-)

Montag, 3. Februar 2014

Da isses wieder!

Es gibt wenige Dinge, die mich richtig nervös machen. Was auf jeden Fall dazu gehört: ein Internetausfall während der Arbeitszeit, wenn ein dringendes Projekt rechercheintensiv und zeitkritisch ist. Dann werde ich richtig, richtig schlecht gelaunt. Ich blaffe alles um mich herum an (da ich normalerweise alleine zu Hause bin, müssen Computer und Drucker dran glauben), bin nur bedingt aufnahmefähig, was Lösungen betrifft (Hauptsache schnell!) und werde unheimlich kribbelig und empfindlich.

Jetzt isses wieder da. Der alte Trick - "Have you tried turning it off and on again?", Running Gag aus "The IT Crowd" - hat mal wieder funktioniert. Das Projekt ist abgeschlossen und verschickt. Ich bin entspannt - bis zum nächsten Mal ...

Feierabend!

Mittwoch, 29. Januar 2014

Schokolade!

Unser Kleiner ist mit seinen 19 Monaten wunderbar in der Lage, sich ein paar Minuten lang selbst zu beschäftigen, wenn ich nach der Kita doch noch mal schnell ein Projekt abschließen muss oder eine dringende Mail beantworten will. Er spielt mit seinen Holzpuzzles oder seinem Playmobil, kuschelt sich mit einem Bilderbuch aufs Sofa oder inspiziert das Altpapier.

Gestern war wieder so ein Tag: Ein Nachtrag zu einem bereits abgeschlossenen Projekt musste noch rasch geprüft werden. Der Kleine hatte sich schon mit einem Holzpuzzle aufs Kuschelsofa verzogen und platzierte sehr konzentriert die Autos in den jeweiligen Aussparungen. Ich wähnte mich sicher ...

Korrekturen gespeichert, Mail getippt, abgeschickt - da höre ich hinter meinem Rücken ein Rascheln. Rascheln passt nicht zu Holzpuzzle. Nein - Rascheln passt zu einer Pralinenschachtel. Die war am Abend vorher neben dem Sofa stehen geblieben. Jetzt lagen sämtliche Pralinen fein säuberlich ausgeräumt vor dem jungen Mann und wurden bestaunt. Süßigkeiten gab's bislang nur sehr selten für ihn und Schokolade und Pralinen kannte er noch gar nicht - zum Glück. Das verschaffte mir die entscheidenden Sekunden, die Pralinen vom Sofa in die Schachtel zu kehren und vor seinem neugierigen Zugriff zu retten.

Bei einem Milchschokoladentäfelchen war ich aber nicht schnell genug - das verschwand im kleinen Mäulchen. Und der begeisterte Blick und das eifrige Nicken auf die Frage, ob es schmeckt, machte mir klar, dass Pralinenschachteln von nun an noch sicherer verwahrt werden müssen ...

(Am besten verschwindet der Inhalt schnellstmöglich in meinem Magen - ich opfere mich gerne, um das Kind vor schädlichen Süßigkeiten zu bewahren!)

Freitag, 24. Januar 2014

Dalli Dalli!

Bin gestern Abend beim Zappen zufällig in die Neuauflage des Quizklassikers "Dalli Dalli" - jetzt "Das ist Spitze!" genannt - reingerutscht und muss sagen, dass ich mich wirklich amüsiert habe. Natürlich ist Kai Pflaume nicht Hans Rosenthal. Das Studio sieht anders aus. Aber trotzdem kamen Erinnerungen auf - "Dalli Dalli" gehörte zu den Sendungen, die ich als Kind regelmäßig mitgucken durfte.

Die schmissige "Dalli Dalli"-Melodie! Der eingefrorene Luftsprung! Die wirklich lustigen Spiele! "Sie sind der Meinung, das war ... Spitze!" Toll! Wohlfühlfernsehen pur!

Ich habe zugegebenermaßen gestern Abend nur das letzte Drittel der Sendung gesehen und weiß nicht, was sonst passiert, aber es war einfach freundlich - ein paar neckende Witze gegenüber den sympathischen Kandidaten, aber keine Unverschämtheiten, harmlose Spiele ohne Ekelfaktor - ganz brav. Nach einem langen Arbeitstag für mich genau das Richtige zur Entspannung, zum Abschalten.

Ich verurteile niemanden, dem das zu wenig Action bietet, der Spaß an anderen Formaten hat. Aber zumindest ich brauche für etwas Unterhaltung und Ablenkung keine Maden oder zickigen B- und C-Promis. Ich brauche auch keine superaufwendige Show mit bekannten Künstlern und langen Interviews. Ich brauch einfach etwas Wohlfühlfernsehen.